Mittwoch, 15. September 2010

Sommerfrische III

Wie in den ersten Bildern recht gut ersichtlich, beginne die Chill Series ganz erfolgreich. Mit einigen soliden Drops nähere ich mich meinem letzten Feature in den Middle Basin Chutes. "Out of control" bereits kurz nach dem Absprung, schon in der Luft resigniere ich und ergebe mich meinem Schicksal, dem 7,6-fachen Überschlag unmittelbar nach der Landung.














Wer die folgenden Fotos ganz genau beobachtet sollte zwei Dinge erkennen: Erstens befindet sich meine Bindung in den Sturzfotos im Tourenmodus. Da ich im Contest eher ungern im Telemark-Stil abfahre bedeutet dies, dass der Hinterbacken ausgerissen ist.
Liebend gerne würde ich euch das Helmkamera-Footage dieser Abfahrt präsentieren, was uns unmittelbar zur Auflösung der zweiten Suchbild-Aufgabe führt: Die Helmkamera ist Futsch.













Ich hab sie zwar ein paar Stunden später wieder gefunden, doch der Aufprall war dermaßen heftig, dass die Speicherkarte aus dem Slot gerutscht und die Aufnahme dadurch fehlerhaft ist.
Verletzungen und Endplatzierung? Beide nicht nennenswert.














Die nächsten Tage verbringen wir in Castle Hill Village, wo wir erneut von fast wildfremden Menschen zum Übernachten eingeladen werden. In der urigen Holzhütte versammelt sich eine recht illustre Runde bestehend aus der neuseeländischen Gastgeberin Emi, ihren Ex-Skilehrerkollgen aus Obertauern die als 5er-Crew (Team Cursor) in Castle Hill
überwintern, Travis dem tasmanischen Teufel und einigen anderen Contestteilnehmern die Abends auf einen Drink vorbeischauen.





































Von schlechtem Wetter kann man kaum sprechen, immerhin schneit es ja, und sofern es die Sicht zulässt wird gefahren was geht. Immerhin beauftragt uns die Skipatrol so viele Hänge wie möglich zu zerspuren, damit der anhaltende Schneefall besser mit der Unterlage bindet. Gesagt getan.













Nach dem Skifahren wird meist noch gegolft und gejagt. Das Prachtstück, das uns Travis hier präsentiert wurde mithilfe einer Autotür erlegt. Schurli, der fahrbare Untersatz von Team Cursor, war gerade auf dem Weg vom Porters Pass nach Castle Hill als plötzlich ein Hase über die Straße läuft. Einen Linksschwenk und eine genauso rasant wie gezielt geöffnete Autotür später
war der Hase auch schon erlegt. Und ob ihr es glaubt oder nicht, er wurde noch gehäutet, ausgenommen und zum Abendmahl zubereitet UND er hat geschmeckt.






































Unserer Gastgeberin Emi gelingt ein epochaler Zusammenschnitt der gesamten Rabbit-Saga. Wer kein Blut/Haut/Innereien/Totes-Tier sehen kann sollte das folgende Video nicht abspielen, wer jedoch Fleischfresser ist sollte sich auch davor nicht grausen.

~ In search of finding Zee' Rabbit ~ from Emi Earle on Vimeo.

Gut genährt stauben wir noch ein wenig in Porter Heights ehe wir Emis Einladung in ihr Strandhaus in Sumner folgen um uns die Wartezeit auf neuen Schnee mit ein wenig Surfen und Relaxen zu vertreiben.



































Das Haus und der Ausblick haben mich einfach nur umgeworfen, völlig sprachlos genießen wir die Abendstimmung im Panoramazimmer und erleben einen gewaltigen Sonnenaufgang über dem Meer.











Währenddessen schneit es in den Bergen, und auch unter der Erde braut sich Einiges zusammen.
Fortsetzung folgt...

bastl

P.S.: Äußerst ungern unterbreche ich die dramatische Stimmung um noch die Fotocredits zu erwähnen: Danke an Kai, Travis, Ferdl, Emi und den Rest von Team Cursor. Wer auf der Suche nach neuem Material ist und gerne handgemachte Ski aus österreich fährt sollte sich folgenden Link ansehen! http://www.cursor-skis.at/

Samstag, 28. August 2010

Sommerfrische II

Die ersten Anzeichen des Frühlings sind nicht zu verkennen, die Temperaturen steigen direkt proportional zur Anzahl der Downdays und am Berg müssen wir schon lange suchen um guten Schnee zu finden. Zum Glück befinden wir uns immer noch in Neuseeland, somit ist für reichlich Rahmenprogramm gesorgt, und außerdem gibt's ja noch die Contests, die einen zum Skifahren zwingen, auch wenn man mental Schwierigkeiten hat sich mit den Schneeverhältnissen anzufreunden.


Unsere Suche nach gutem Schnee führt uns in einer großen Schleife um die Südinsel. In Roundhill müssen wir erkennen, dass 70cm neuer Schnee nicht unbedingt 70cm Pulverschnee sein müssen; die Schneedecke setzt sich hier um einiges schneller als in den Alpen. Tags darauf finden wir in Craigieburn noch ein Platzerl für eine Fotosession um wenig später aufgrund von Regen bis über 2000m unsere aktive Suche nach trockenem Schnee einzustellen.













Wir beschliessen ein wenig die East Coast zu erkunden, einen Albatross und ein Rudel Pinguine später sind wir jedoch wieder zurück in Lake Hawea wo uns Fred, der Barmanager des Lake Hawea Hotels, für die Contestwoche der NZ Open bei sich zu Hause einquartiert .













Das weather-window für den Big Mountain Contest wird fast komplett ausgereizt, jedoch eher wegen schlechter Schneeverhältnisse als wegen schlechten Wetters. Wir genießen Freds Gastfreundschaft, wir lernten ihn erst eineinhalb Wochen zuvor kennen, und vertreiben uns die Zeit mit Xtreme-Anti-Golfetiketting, Fischen am See und gutem Essen, das uns Fred jeden Abend serviert.





































Mit Verspätung findet der Contest schließlich dennoch statt. Der Schnee ist kaum besser und lässt sich als "hardpack", "rockhard" oder auch scherzhaft als "NZ powder" bezeichnen. Im oberen Bereich sind alle Rinnen ausgeputzt, der Schnee der Oben fehlt sammelt sich im Auslauf in mehreren tiefgefrorenen Lawinenkegeln; bei der Linienwahl war somit Vorsicht angesagt. Leider schaffe ich es nicht mein volles Potential auszuschöpfen und beende den Finallauf als 25. Immerhin werde ich noch mit einem Sonderaward für das engste Couloir geehrt, und damit auch ihr zuhause sehen könnt was den Judges gefallen hat gibt's einen kleinen Helmkamera-Edit meines Laufs.





Unsere Odyssee führt entlang der malerischen Westcoast weiter zum Arthur's Pass wo wir die 50-minütige Wanderung ins Skigebiet Temple Basin in Angriff nehmen.

















































Gerade einmal genug Schnee um die Lifte betreiben zu können, und dennoch finden wir in einem backbasin ein wenig Pulver.


























Abends in der Lodge bekommen wir eine ordentliche Einführung in die neuseeländische Clubfield-Atmosphäre. Die wilde Feier beginnt bereits kurz nach Liftschluss und entwickelt sich zu einem äußerst amüsanten Indoor-Skiing Event. An dieser Stelle lasse ich lieber wieder ein paar Bilder sprechen.













Mittlerweile ist schon der nächste Contest am laufen, aber das ist eine andere Geschichte.

bastl

Alle Fotos protected by copyright Kai Stoeckel


Dienstag, 17. August 2010

Videoupdate

Meine sprachlichen Fähigkeiten sind momentan ohnehin irgendwo zwischen Deutsch und Englisch hängen geblieben, deswegen lass ich diesmal das Video für mich sprechen. Enjoy.

bastl

New Zealand - Where dreams come true (Trailer) from Kai Stoeckel on Vimeo.

Donnerstag, 5. August 2010

Sommerfrische

Während ihr also in T-Shirts und Badehosen am See nach Abkühlung sucht ... stehe ich in T-Shirt und Badehose mit beiden Füßen im kühlen Nass. Deswegen bin ich zwar nicht ans andere Ende der Welt gereist, aber alles der Reihe nach!






Südhalbkugelwinter lautet das Motto meiner Neuseelandreise, und wie es der Zufall so will erreiche ich Christchurch zeitgleich mit einem Antarktistief. Schneefälle bis runter an den Highway sind in Neuseeland übrigens äußerst selten, 1-2 mal pro Saison um genau zu sein.

























Rund 15 Autos am Parkplatz des Broken River Ski Field, die wenigen Anwesenden sprechen von einem "Busy Day". Eine handvoll Skifahrer macht es sich also zur Aufgabe all den frischen Schnee an diesem Tag zu zerpflügen und scheitert letzten Endes kläglich an Zeit- und Kraftmangel. Tags darauf zu Mittag fahren wir immer noch Lines in unverspurtem Schnee.













Wenig später bekomme ich Gesellschaft von Eric, Jojo und Kai. Die Roadtrip-Freeride-Movie-Crew ist somit komplett und bald halten wir die ersten Lines auch auf Film fest, obwohl wir manchmal auch einfach nur den ganzen Tag im Morgenlicht gefrühstückt hätten.

















































Beim abendlichen Pokern finden wir bald unseren Meister, untertags zeigen wir wieder auf, wo der Bastl den Most holt. In diesem Fall in Roundhill, Mackenzie Country. Wer sich über mein neues Outfit wundert, Groovstar hatte soviel Mitleid mit meiner alten Montur, dass sie mir spontan ein Gwandl zur Verfügung gestellt haben.

















































So far so good. Stay tuned for more

Alle guten Fotos sind übrigens von Kai Stoeckel

bastl

Samstag, 10. Juli 2010

Zwischensaison - Report

Nur mehr zwei mal schlafen, dann ist wieder Winter. Lange genug habe ich die brütende Hitze jetzt ertragen, doch die leeren Kontos mussten noch wieder aufgefüllt werden, ohne Moos ist auch beim Skifahren nicht viel los! Mittlerweile sagt mein Finanzminister OK wenn ich ihm von meiner geplanten 2-monatigen Neuseelandreise erzähle, aber alles der Reihe nach.


Die Erdbeersaison beginnt mit Regen, vieeel Regen. Solche Niederschlagsmengen hätten wir im Winter gerne gesehen, wäre es doch nur 20 Grad kälter... So muss der Mario seine Lines mit dem Traktor durch den Gatsch ziehen und ich verbringe den Tag damit meine Powderlines-pro-Erdbeer Formel aufzustellen. 30 Kilo verkaufter Erdbeeren entsprechen einem Big Mountain Run.













Trotz gutem Heilungsverlauf will der Mario noch nicht zuviel riskieren und verzichtet auf den heurigen Südhalbkugelwinter. Mittlerweile befindet er sich in Kroatien wo er durstige Maturanten mit Getränken versorgt und vom selbstgebauten Europaletten-Sprungturm an neuen Tricks für den Winter arbeitet.













In der Zwischenzeit bin ich äußerst froh meinen leicht cholerischen Standnachbar Bauer Fritz überlebt zu haben ("Wennsd di no AAmoi auf mein Plotz stösd, donn drisch i di mit da Eisenstong davon, brauchst ned glaubn!") . Es gibt jedoch auch liebenswerte Originale in der Erdbeerbranche. Die mittlerweile 95-jährige Frau Meier, die stets darauf bedacht ist dem "Stierwoscha" Ratschläge für zwischenmenschliche Beziehungen zu erteilen.
"Heiratsd hoid a Oide, is a ned schlecht. Nur: Drei Sochn muaß hobn: Göd aufm Spoarbiachl, a großes Grundstickl und 40 Grad Fieba!"
Dennoch versucht sie mich schon ein paar Tage später mit der jungen Assistentin von Essen auf Rädern zu verkuppeln. Letzten Endes leider erfolglos.













Nachdem nun auch die allerletzten Vorbereitungen abgschlossen sind, und ich dank jeder Menge Speiseeis hervorragend akklimatisiert in den nächsten Winter starte, bleibt mir nichts anderes übrig als euch einen schönen Sommer zu wünschen, und euch anzuraten den Blog in den nächsten Wochen aufmerksam zu verfolgen. In diesem Sinne: LET IT SNOW!

bastl